Modernes Motorama
Das waren noch Zeiten, als General Motors mit den Autos zu den Interessenten kam und nicht andersherum. Sechs mal startete ein großer GM-Tross zwischen den Jahren 1953 und 1961 zu gigantischen Road-Shows. Im Gepäck - neben Beispielen aus dem aktuellen Portfolio - atemberaubende Show-Cars und Design-Studien, insgesamt mehr als 50 Stück. Der Titel des Spektakels: Motorama. Jetzt haben es die Veranstalter der Concours d'Elegance
im kalifornischen Pebble Beach geschafft, gut ein Drittel dieser Pretiosen aus Privat- und Konzernbesitz auf den Nobel-Golfplatz um das berühmte Loch 18 zu versammeln.
Magisches aus Monterey
Ausnahmezustand in Monterey, Kalifornien: Aus den Tiefgaragen sprudeln moderne Maybäche, die Hotels sind mit Bentley und Rollis zugeparkt, und auf den Straßen röhren mehr Lamborghini und Ferrari als während des Werksverkehrs in der Gegend um Maranello. Kurz: Es ist ''Pebble Beach''-Wochenende.
Hier werden auf einem stadtnahen Golfplatz am Pazifik einmal im Jahr die edelsten Oldtimer prämiert, die teuersten Supersportwagen vorgestellt und mit die begehrtesten Klassiker verkauft. Wer Geld hat, zeigt es durch das Auto, das er fährt oder fahren will. Aber auch in Monterey selber ist der Teufel los, was bemerkenswerte Autos angeht.
Comeback einer Legende

Die Ford-Chefs hatten das Umfeld mit Bedacht gewählt: Sonntag, 17. August,
Pebble Beach, gegen 20 Uhr. Ein lauer Sommerwind, vom leicht wogenden Pazifik kommend, hauchte um die Seidenhüte der erlesenen Gesellschaft, als das Auktionshaus Christie’s zuerst ausgewählte klassische Preziosen unters solvente Volk brachte – und dann ein Produkt des zweitgrößten Herstellers der Welt, eher für automobile Massenware bekannt. (...)
Für ein paar Dollar mehr

"Tu es!" sagt Steve Saleen nachdrücklich, neben mir kauernd und genauso festgezurrt wie ich selbst. Wirk-
lich? „Nun mach schon!“ All right. Der Squirrelcreek-
Tunnel an der Küstenstraße 1 zwischen Los Angeles und San Diego ist lang genug. Die Übergänge von der Fahrbahn zur Tunnelwand sind ausreichend weich und rund. Es ist Sonntagmorgen, 5.30 Uhr, kein Verkehr. Ich schaue auf den Tacho: 155 Meilen. Zu langsam. (...)
Exotischer Softie

Die Amerikaner sind schon ein seltsames Völkchen: Sie bauen schöne Cabriolets mit starken Motoren, haben in vielen Staaten Sonne satt, traumhafte Temperaturen – aber die meisten Convertible-Besitzer machen das Dach nie auf! Fast scheint es, als wäre es den Insassen ab etwa 20 Grad zu warm zum Offenfahren, bis 20 Grad aber zu kalt. So hocken sie in ihren geschlossenen Hollywoodschaukeln, stellen die Klimaanlagen auf etwa 20 Gard und schauen missmutiug aus den Fenstern. Oder ungläubig. (...)
Vector-Rechnung

Es ist zum Haareraufen: Meist hapert es nur an 50-Dollar-Teilen wie einer Dichtung oder einem Sensor. Peanuts, die der jeweilige Besitzer wahrscheinlich pro Tag allein an Trinkgeldern verjubelt. Diese Teile werden heute nicht mehr gebaut. Sie müssen extra angefertigt werden. Wenn man überhaupt noch jemanden findet, der das macht. Oder es liegt an den Reifen. 16-Zoll-Michelin-Pilot-255 vorn und -315 hinten, freigegeben bis 300 km/h, nur für dieses Auto. Nein, der Besitzer eines Vector W8 TwinTurbo hat es heute wirklich nicht leicht. (...)
Miami Blau

Der Typ in seinem neuen Pontiac GTO lässt nicht locker. Immer wieder gibt er auffordernd Gas, läßt kurz die Hinterräder seines schwarzen 400-PS-Amis durchdrehen, beschleunigt, bremst ab. Auf dem Biscayne Boulevard in Downtown Miami wird sein dumpfes V8-Wummern von den Bankenhochhäusern zurückgeworfen. Es ist Sonntag morgen, ausnahmsweise ist keine Poliztei unterwegs, und die Aufforderung zum Sprintduell auf dem Weg ins berühmte Art-déco-Viertel von Miami Beach ist eindeutig. Sorry, aber wir haben das nicht nötig. (...)