Extrem-Sportler

Man kann es kaum glauben. Da sitzt der Chef des drittgrößten unabhängigen Automobilherstellers Großbritanniens vor einem Block Schaumstoff und schabt und kratzt so lange mit Raspel und Säge daran herum, bis der Rohling aussieht wie ein Sportwagen. Wenn er schließlich mit dem Entwurf zufrieden ist, dann gibt er trocken bekannt: „Den bauen wir jetzt.“ So wird es gemacht, und besonders stolz macht es den Boss, dass für die Produktion seiner Autos weit mehr Stunden benötigt werden als bei jedem anderen Hersteller. (...)
Die nackte Kanone 2

Der Einschlag kommt nicht wirklich unvorbereitet. Denn wer seinen Kopf in den Fahrtwind reckt,
muss wissen, dass er
Sturm erntet. Insekten, die nichts ahnend von Feld zu Feld schwirren, erzielen auf rasenden Wangen hässliche und vor allem auch schmerzhafte Flecke:
Zuerst nur ein winziger Punkt, Sekundenbruchteile später ein schwarzes Etwas. Und dann der Einschlag – knapp über dem linken Mundwinkel, der bis eben noch grinsenderweise nach oben wies. Ein kurzes Zucken, und schon ist mir das präsent, was mir Simon Saunders vor der Fahrt sagte: „Fahr lieber mit Helm. Das ist zwar keine Vorschrift, aber es ist besser...“ (---)
Nobles Auto

Bond ist out, die Briten haben einen neuen Helden. Der Name ist Noble. Lee Noble. Die Gegner sind die üblichen Verdächtigen. Porsche, ferrari, zur Not auch Dodge mit der Viper - Noble zeigt's ihnen allen. Kaum ein britisches Automagazin, das nicht den 46-jährigen Techniker und Designer und ehemaligen Rennfahrer (auf Lotus Europa) mit dem ordentlich gestutzten Vollbart sowie seine Autos in den Ingenieur- und Supercarhimmel lobt. Aston Martin war gestern, heute ist Noble. (...)
Unter Brüdern

Sir William Lyons: „Hallo, Roger. Wie geht’s dir? Hey, und was ist das?“ Roger Williams: „Danke, mir geht’s prächtig. Und du solltest wissen, was das ist. Es ist einer deiner ersten reinrassigen Sportwagen mit dem Namen Jaguar. 1938 auf die Straße gekommen. Erkennst du deinen eigenen zweisitzigen SS Jaguar 100 Roadster nicht mehr wieder?“ Lyons: „Sorry, aber wir stehen hier vor einem nagelneuen Auto des Jahres 2004. Und das heißt Suffolk SS100 Jaguar. (...)
Mehr geht nicht

Ein Rennwagen für die Straße – schon seine Avisierung löst mal wieder wohlige Schauer aus. Und nun ist er – nach vielen Ankündigungen – endlich zum ersten vollständigen Test da: der MG XPower SV-R. Die Schmetterlinge im Bauch sind vollbeschäftigt. Spürbar vibriert der geflügelte schwarze Autobahnschreck nach dem Anlassen. Und das bleibt auch beim Fahren so – nachdrücklich, kraftstrotzend, gewaltig. Wie auf einer Fähre – wenn man den Körper an den Stahl lehnt und tief unten im Rumpf die dicken Diesel wummern. (...)
Power-Puzzle
Normalerweise klingt der Proton Impian – eine langweilige malaysische Mittelklasselimousine mit biederem Vierzylinder – wie eine langweilige Mittelklasselimousine mit biederem Vierzylinder. Dieser hier aber nicht: Der Testingenieur legt einen Schalter um. Die Folge: V6-Sound in Echtzeit aus den serienmäßgen Lautsprecherboxen. Noch ein Schalter: V8. Ein dritter: Lotus-Excel-Röhren. Ein vierter: Porsche-Sound. „Zur Zeit verändern wir erfolgreich Motorgeräusche. Ziel ist es, Straßengeräusche zu eliminieren oder Dieselmotoren zu schönem Klang zu verhelfen“, sagt Simon Wood (47) über diesen Prototyp seiner Abteilung.(...)
Coopers Kisten

Der Mann hat Spaß. Nicht nur die vielen Lachfalten um die Augen zeugen davon. Alle können es sehen: Mit größter Freude kutschiert Mike Cooper (51), Sproß der weltbekannten Renn- und Tuning-Famile sowie Chef der Mini-Werkstuningschmiede John Cooper Works, Erwachsene und Kinder über den Circuit von Goodwood. Hier, im südenglischen Garten des Earl of March, wo unter anderem das berühmte Festival of Speed stattfindet, während ein Beet weiter die Rolls-Royce Phantom gefertigt werden, ist Mike Cooper zu Hause. (...)

