Ein Fest für alle
Wenn es nach Ford geht, wäre «Antonella» der ideale Käufer für den neuen Fiesta. Sie ist zwischen 20 und 30 Jahre alt, progressiv und empfänglich für Lifestyle-Produkte. Die Wirklichkeit sieht etwas anders aus: Der typische Fiesta-Fahrer ist im Durchschnitt 45 Jahre alt, denkt praktisch und steht Veränderungen eher kritisch gegenüber. (...)
Cowboy im Massanzug

Alleine schon, wie er das R rollt: „Ssiiis iiis nott a rrrrrretrrrrrro-design“, sagt er voller Überzeugung, mit umwerfend italienischem Akzent in seinem eigentlich fließenden Englisch. Er fährt mit der Hand die scharfe Kante an der Seite seiner einzigartigen Corvette entlang: „Ich habe zwar eine Menge Details verbaut, die tatsächlich aus der langen Historie dieses Sportwagens kommen, aber das Design weist in die Zukunft.“ (...)
Comeback einer Legende

Die Ford-Chefs hatten das Umfeld mit Bedacht gewählt: Sonntag, 17. August,
Pebble Beach, gegen 20 Uhr. Ein lauer Sommerwind, vom leicht wogenden Pazifik kommend, hauchte um die Seidenhüte der erlesenen Gesellschaft, als das Auktionshaus Christie’s zuerst ausgewählte klassische Preziosen unters solvente Volk brachte – und dann ein Produkt des zweitgrößten Herstellers der Welt, eher für automobile Massenware bekannt. (...)
Für ein paar Dollar mehr

"Tu es!" sagt Steve Saleen nachdrücklich, neben mir kauernd und genauso festgezurrt wie ich selbst. Wirk-
lich? „Nun mach schon!“ All right. Der Squirrelcreek-
Tunnel an der Küstenstraße 1 zwischen Los Angeles und San Diego ist lang genug. Die Übergänge von der Fahrbahn zur Tunnelwand sind ausreichend weich und rund. Es ist Sonntagmorgen, 5.30 Uhr, kein Verkehr. Ich schaue auf den Tacho: 155 Meilen. Zu langsam. (...)
Nichts für grüne Jungs

Mercedes-Chef Hubbert hat in letzter Zeit viele nette Briefe bekommen. Und er zitiert gern aus diesen Briefen. Zum Beispiel: „Das
Wochenende, an dem ich den SLR Probe fahren durfte, war besser als das Wochenende, an dem ich heiratete...“ Dabei grinst Jürgen Hubbert verschmitzt, er kennt seinen SLR.
Wahrscheinlich ist der Mann, der diese Zeilen, noch völlig benommen von 626 PS, 780 Newtonmetern und 334 km/h Spitze, schrieb, kein grüner Junge mehr. (...)
Extrem-Sportler

Man kann es kaum glauben. Da sitzt der Chef des drittgrößten unabhängigen Automobilherstellers Großbritanniens vor einem Block Schaumstoff und schabt und kratzt so lange mit Raspel und Säge daran herum, bis der Rohling aussieht wie ein Sportwagen. Wenn er schließlich mit dem Entwurf zufrieden ist, dann gibt er trocken bekannt: „Den bauen wir jetzt.“ So wird es gemacht, und besonders stolz macht es den Boss, dass für die Produktion seiner Autos weit mehr Stunden benötigt werden als bei jedem anderen Hersteller. (...)
Exotischer Softie

Die Amerikaner sind schon ein seltsames Völkchen: Sie bauen schöne Cabriolets mit starken Motoren, haben in vielen Staaten Sonne satt, traumhafte Temperaturen – aber die meisten Convertible-Besitzer machen das Dach nie auf! Fast scheint es, als wäre es den Insassen ab etwa 20 Grad zu warm zum Offenfahren, bis 20 Grad aber zu kalt. So hocken sie in ihren geschlossenen Hollywoodschaukeln, stellen die Klimaanlagen auf etwa 20 Gard und schauen missmutiug aus den Fenstern. Oder ungläubig. (...)
Der Stern von Modena

Ein Freund, ich möchte dir ein Auto widmen“, sagte der junge Designer in der Kleinstadt Balcarce in Argentinien, „es soll deinen Namen tragen.“ „Oh, ich bin geehrt“, antwortete der alte Rennfahrer, „aber ich habe eine Bedingung.“ „Egal wie sie heißt“, erwiderte der junge Mann, „ich werde sie erfüllen.“ „Der Motor muss den Stern tragen“, präzisierte der Alte, „denn ich bin ein Mercedes-Mann...“ (...)
Die nackte Kanone 2

Der Einschlag kommt nicht wirklich unvorbereitet. Denn wer seinen Kopf in den Fahrtwind reckt,
muss wissen, dass er
Sturm erntet. Insekten, die nichts ahnend von Feld zu Feld schwirren, erzielen auf rasenden Wangen hässliche und vor allem auch schmerzhafte Flecke:
Zuerst nur ein winziger Punkt, Sekundenbruchteile später ein schwarzes Etwas. Und dann der Einschlag – knapp über dem linken Mundwinkel, der bis eben noch grinsenderweise nach oben wies. Ein kurzes Zucken, und schon ist mir das präsent, was mir Simon Saunders vor der Fahrt sagte: „Fahr lieber mit Helm. Das ist zwar keine Vorschrift, aber es ist besser...“ (---)
Leichtgewicht aus Liechtenstein

Hans-Adam der Zweite kann ganz schön stolz sein. Nicht nur auf die vielen bunten Briefmarken, die sein Land herausgibt. Oder auf die vielen kleinen Briefkastenfirmen, die sein Land beherbergt. Oder auf die insgesamt elf Dörfer, die 32000 Einwohner, die staatlichen Abmessungen von 24,6 Kilometer Länge und 12,4 Kilometer Breite. Nein, der 13. Fürst von Liechtenstein müsste vor allem stolz sein auf das erste Supercar in seinem 160-Quadratkilometer-Fürstentum. Tatsächlich entsteht in der Ortschaft Schaan – nahe der Hauptstadt Vaduz, in unmittelbarer Nachbarschaft zur Schweiz – ein Supersportler, der es der arrivierten Konkurrenz zeigen will. (...)