Quer durch den Schnee
Der Bentley Arnage hat den Japaner voll im Griff. Wild kreiselnd dreht sich das 2,5 Tonnen schwere Auto mit dem leichten Asiaten übers Eis, die edlen Stoßfänger nur knapp am harten Schneerand vorbei.
Der Mann scheint noch nie die immense Kraft von 875 Newtonmetern Drehmoment auf der Hinterachse gezähmt zu haben. Sein Jauchzen beweist zudem, dass er die Sache nicht besonders ernst nimmt. Ganz anders sein Beifahrer. Der deutsche Instruktor Guido Heesen schaut sich das Spektakel eine Minute lang an, um dann – auch aus Angst um drohende Wagenwertminderung – den Asiaten freundlich, aber bestimmt aufzufordern, das einst 270 000 Euro teure Auto zu verlassen: „Manche Teilnehmer denken, das hier sei eine reine Spaßveranstaltung.
Außer Konkurrenz

Es klingt, als hätte VW bei der Modernisierung des Bentley-Werks in Crewe die Erneuerung der Pausentröte vergessen: Punkt 15 Uhr krächzt es durch die Hallen wie aus einem rostigen Klaxon-Horn – it’s tea-time. Volkswagen hat in der ehemaligen Rolls-Royce- und Bentley-Heimat (siehe Kasten Seite 11) deutsche Gründlichkeit und japanische Fertigungsmethoden eingeführt. Aber die urenglische Teepause, die haben sie den Briten gelassen. (...)
Exotischer Softie

Die Amerikaner sind schon ein seltsames Völkchen: Sie bauen schöne Cabriolets mit starken Motoren, haben in vielen Staaten Sonne satt, traumhafte Temperaturen – aber die meisten Convertible-Besitzer machen das Dach nie auf! Fast scheint es, als wäre es den Insassen ab etwa 20 Grad zu warm zum Offenfahren, bis 20 Grad aber zu kalt. So hocken sie in ihren geschlossenen Hollywoodschaukeln, stellen die Klimaanlagen auf etwa 20 Gard und schauen missmutiug aus den Fenstern. Oder ungläubig. (...)
Schweres Erbe

Die Tür ist eigentlich immer fest verschlossen. Eine rostige, ehemals wohl grüne, zweiflügelige Metalltür, bei der die Zeit schon mächtige Spalten hineingefressen hat.
Drumherum rot geklinkertes Mau-
erwerk, drei halb verfallene Stufen und davor ein Teil eines braunen Gleisbandes, dessen Weg einst im Bahnhof Mülhausen begann und nun in Dornengestrüpp endet. Kurz: der Eingang zu einer Fabrikhalle. Ganz früher belebt: Die Beschäftigten der Textilwerke der Gebrüder Hans und Fritz Schlumpf in Mülhausen, Elsass, werden hier aus- und eingegangen sein. (...)
Vier gewinnt

Der Mann muß ziemlich begeisterungsfähig gewesen sein. David Brown, ein britischer Traktorenhersteller, wurde 1946 durch eine Anzeige in der „Times“ auf den klammen Autobauer Aston Martin aufmerksam. Daraufhin setzte er sich in das einzig verbliebene Firmenkapital, einen am 3. Dezember 1940 zugelassenen Viertürer namens Atom – und kurvte los. (...)
Wie der Martin zum Aston kam

Die Straße ist ziemlich schmal. Alt und oft ausgebessert. Typisch englisch eben. "Slow" steht in dicken weißen Lettern ab und zu auf der Fahrbahn - und "40". Das sind 60 Stundenkilometer - viel für dieses unübersichtliche Stück Flickwerk. Und doch rasen hier immer wieder Aston Martin rauf und runter, runter und rauf - viel schneller als mit 40 Meilen. "Neulich war hier ein V8 Vantage mit dänischem Kennzeichen," erzählt Anwohner Scott Camber, "die sind den ganzen Tag hier rumgedüst. (,,,)