Paul pennt
Es ist 20.32 Uhr. Paul - wir nennen ihn mal so, vielleicht heißt er auch ganz anders - hat sich eingerollt auf dem Sofa. Das Möbelstück steht auf einem alten Lastwagenanhänger. Und der ist am Brünnchen postiert. Ein Kult-Ort für Zuschauer in der Grünen Hölle - der Altar ist ein Asphalt-Band.
Keine Ahnung, wie lange Paul da schon seinen Rausch ausschläft. Seit gut fünfeinhalb Stunden jagen 217 Autos über die Rennstrecke - Fiat 500 gegen Porsche GT3, Fiat 500 gegen Gumpert Apollo Hybrid, Opel Manta mit Fuchsschwanz an der Antenne gegen Aston Martin DBRS9, Seat Leon Supercopa gegen Lamborghini Gallardo, Issigonis' Mini gegen Hackenbergs VW Scirocco. Lärm wie bei McDonalds zur Mittagszeit. Vielleicht hat Paul schon den Start um 15 Uhr verschlafen. Wie andere auch. Hier liegen bereits jetzt so viele Pfandflaschen auf dem Waldboden, dass von dem Erlös eine Familie nach Mallorca reisen könnte.
Kein Winter-Märchen

Die Begeisterung für die eine oder andere unserer Lieblingsgeschichten hält sich bei vielen Kollegen im überschaubaren Rahmen. So auch hier. Der Plan war eigentlich ganz simpel: Wir wollten 100 Runden auf der Nordschleife des Nürburgrings nonstop fahren. Was ja eigentlich nichts Besonderes ist – jedenfalls nicht im Sommer. Da werden 24-Stunden-Rennen gefahren, und alle finden es toll. Aber Anfang Februar ist in der Eifel alles anders – besonders das Wetter. (...)
