Cowboy im Massanzug

Alleine schon, wie er das R rollt: „Ssiiis iiis nott a rrrrrretrrrrrro-design“, sagt er voller Überzeugung, mit umwerfend italienischem Akzent in seinem eigentlich fließenden Englisch. Er fährt mit der Hand die scharfe Kante an der Seite seiner einzigartigen Corvette entlang: „Ich habe zwar eine Menge Details verbaut, die tatsächlich aus der langen Historie dieses Sportwagens kommen, aber das Design weist in die Zukunft.“ (...)
Einer für alle

Nicht, dass dieses Unikat unter 140 km/h langweilig wäre. Aber ab ungefähr diesem Tempo wird es noch viel interessanter. Da fegt der Wind von unten in den Helm,
hebt ihn ein bisschen an, und der Kopf wird deutlich erleichtert. Gleichzeitig ziehen sich automatisch die Mundwinkel nach oben – keine Folge des sich straffenden Helmverschlusses, sondern aktive Körperreaktion auf mächtig viel Fahrspaß. (...)
Leichtgewicht aus Liechtenstein

Hans-Adam der Zweite kann ganz schön stolz sein. Nicht nur auf die vielen bunten Briefmarken, die sein Land herausgibt. Oder auf die vielen kleinen Briefkastenfirmen, die sein Land beherbergt. Oder auf die insgesamt elf Dörfer, die 32000 Einwohner, die staatlichen Abmessungen von 24,6 Kilometer Länge und 12,4 Kilometer Breite. Nein, der 13. Fürst von Liechtenstein müsste vor allem stolz sein auf das erste Supercar in seinem 160-Quadratkilometer-Fürstentum. Tatsächlich entsteht in der Ortschaft Schaan – nahe der Hauptstadt Vaduz, in unmittelbarer Nachbarschaft zur Schweiz – ein Supersportler, der es der arrivierten Konkurrenz zeigen will. (...)
Le Mans ist überall

Der Lärm ist infernalisch. Jeder kleinste Gasstoß wird quittiert von einem haarsträubenden Geräusch, das der filmverwöhnte Mensch auch als „auseinanderbrechender Ozeanriese in schwerer See mit spitzen Schreien eingeschlossener Hostessen“ beschreiben könnte, bislang nur von Hollywood akustisch eindrucksvoll inszeniert. Doch dieses metallische Reißen, Pressen und Scheuern stammt diesmal nicht aus Kalifornien, sondern aus der sonst so braven Schweiz. Kein Action-Regisseur ist für dieses Spektakel verantwortlich, sondern der Maschinenbauer Rolf Wyss (38). Und der Sound kommt nicht aus dem Bauch eines imaginären Filmdampfers, sondern aus den Tiefen eines ganz realen Supersportwagens. Der heißt Leblanc Caroline GTR und ist die wohl extremste Schweizer Erfindung seit Jodeln und Käsefondue. (...)