Fahrberichte


Der DB11 ist – aus unserer Sicht – der schönste GT, der momentan auf dem Markt ist. Das liegt beim Nachfolger des DB9 (das Missing Link, der DB10, durfte nur in insgesamt zehn Exemplaren als Filmauto bei Bond auftreten und war nie für den Verkauf gedacht) an den scharfen Linien, den deutlichen, aber unaufdringlichen Luftein- und Austrittsöffnungen und der unverschämt genialen Relation der Länge von rund 4,7 Metern zur Höhe von nur knapp 1,3 Metern. Erstmals eingeführte LED-Technik lässt völlig neue und schmale Leuchtquellenformen zu, die nach vorne öffnende Motorhaube in Verbundaluminium-Bauweise ist die größte geformte Aluminiumfläche, die zurzeit im Automobilbau genutzt wird...

GRIP - Das Motormagazin, 2016


...Wie der eine Lücke im Verkehr – der ehemalige BMW- und Bugatti-Ingenieur Chauvet nutzt sie, um den möglichen Sprint in nur sechs Sekunden von 0 auf 100 km/h anzudeuten. Wir werden in die Schalensitze gedrückt, mehr als 80 km/h werden es aber nicht – Paris’ Straßen sind eigentlich immer und überall überlastet. „Das ESP lässt etwas Drift zu,“ muss er mangels Beweismöglichkeiten erzählen, „und wenn man es ausschaltet, ist es wirklich komplett aus.“ Ebenso sportlich die Handschaltung – und warum gibt es kein Automatikgetriebe? „Damit lässt sich kein Torsen-Differenzial verbauen,“ erklärt Chauvet, „und das sorgt für bessere Fahrdynamik in den Kurven.“ Das Top-Tempo ist elektronisch auf 250 km/h begrenzt, weil laut Chauvet sonst zum Beispiel extrem teure Reifen notwendig würden...

Playboy, 2015


...Mit großem Respekt nähert sich der Ernährungsexperte der 2,2 Meter breiten englischen Luxuslady. Wir bitten ihn, er möge sowohl auf riesigen 21-Zoll-Felgen als auch auf den vor der Auslieferung zwölf Stunden lang mit Lammwolle polierten „Arctica“-Lack aufpassen, weil die Ausbesserung eines Kratzers teurer wird als ein versöhnendes Candlelight-Dinner für Hillary und Trump in Abu Dhabi...
...Der Mulsanne dürfte mehr Dämmstoff mit sich herumtragen als Paul Bocuse Ehrungen, und das Luftfahrwerk sowie die zu bewegende Masse von fast 2,7 Tonnen erlauben es den Insassen, sich wie Würstchen im Schlafrock zu fühlen...

GRIP - Das Motormagazin, 2017


...Zurück zu den Freuden des Ferrari-Alltags: Nach Besuch bei einem der letzten alten Industriegebäude wie dem Hamburger Cigarren-Contor, einem wunderbaren Ziegelbau von 1858 und einem der letzten überlebenden Zeugen alten Hafenlebens, rollen wir über die Veddel – ein Stadtteil auf der großen Elbinsel Wilhelmsburg, bei dem man nicht weiß, ob Schlote oder Einwohner überwiegen – zum Stadtteil Wilhelmsburg. Es ist der flächenmäßig größte Stadtteil Hamburgs und liegt zwischen den beiden großen Elbarmen Norderelbe und Süderelbe-Köhlbrand. Seit 2006 glänzt er unter anderem durch seine visionären Häuser zur Internationalen Bauausstellung...

Cabrio life, 2015


...Aber es bleibt keine Zeit, den ganzen Cops in der Stadt zu entweichen, um mal richtig den Speed rauszulassen. Immerhin, es drehen sich in diesem Moloch der Luxus- und Sportwagen doch eine Menge Leute um nach dem blauen 272.200-Euro-Auto. Das in Wahrheit allerdings 328.750 Euro kostet, weil es noch mit diversen Optionen bestückt ist – vom 21.570 Euro teuren Infotainment-System ... bis zum erste Hilfe-Kasten samt Warndreieck für 100 Euro. Das 2460 Euro teure Sunroof kann man übrigens nur anheben, aber nicht nach hinten schieben. Laut „Head of Mulsanne Operations“ Ashley Wickham liegt das daran, dass einige Märkte eine Möglichkeit benötigen, für Raucher Abluft zu schaffen...

GRIP - Das Motormagazin, 2015


...Aber gemach – bevor uns ein Morgan Speedster in Fahrt optisch jünger macht und das durchaus freiwillige Grinsen rein physikalisch noch ein bisschen mehr verzerrt, sei es uns gestattet, den Grund der Existenz dieses dachlosen Ausnahme-Autos zu erläutern: Auch wenn Morgan es nie zugegeben würde, liegt es wohl daran, dass in der Pickersleigh-Road noch zu viele Euro-5-V8 herumliegen. Die stammen aus einem Deal mit BMW: Vor einiger Zeit kaufte Morgan 500 dieser 4.8-Liter-Maschinen von den Bayern, in der Hoffnung, die locker in ihrem damals neu aufgelegtem Plus 8 verkaufen zu können...

Cabrio life, 2014


...Die Zeit ist knapp. Zwischen alten DTM-Rennern und neuen Porsche gibt es ein Zeitfenster, da können wir auf die Strecke vom Bilster Berg. Schade nur, dass der Donkervoort-GTO-Prototyp nicht anspringt. Gestern lief er noch. Selbst schnell herbeigeholtes Benzin hilft nicht: „Benzinpumpe defekt“ wird konstatiert. Schade, damit ist bereits im Geiste formulierte Titelzeile „The good, the bad an the ugly“ hinfällig: „The good“ ist der Prototyp, der brav 100.000 Rennkilometer abspulte, damit „the bad“ entstehen konnte – der Serien-GTO, ein wirklich hartes und pures und in falschen Händen auch böses Race-Gerät. Bleibt noch „the ugly“: Das Coupé namens D8 GT, das optisch tatsächlich nicht mit dem offenen GTO mithalten kann und nicht lange lebte...

GRIP – Das Motormagazin, 2015


...Darf ich jetzt einsteigen? No Chance. Mir wird ein Gurt um die Brust gelegt mit einem Speicherchip, der sich Atemfrequenz und Herzschlag merkt. Und jetzt wird klar, was Ferrari und die Wissenschaftler da machen: Die Profis wollen Emotionen messen. Die umgeschnallte Elektronik speichert die körperlichen Folgen von zum Beispiel Adrenalinschüben und kann letztlich beweisen, wie sich der Fahrspaß steigert parallel zum wachsenden Vertrauen zur Rennstrecke, zum Auto im Allgemeinen und zum Gas- sowie zum Bremspedal im Besonderen...

GRIP – Das Motormagazin, 2015


...Mit 700 Newtonmetern und 575 PS schleudert uns der Project 7 (oder „das“ Project 7?) – der stärkste und schnellste Jaguar aller Zeiten – von der Beschleunigungsspur auf die Piste. Es sind zwar nur zwei Fahrspuren, aber es ist kaum etwas los. Tempo 100 sind im gefühlten Wimpernschlag (genauer: 3,9 Sekunden) erreicht, Tempo 200 braucht auch nicht viel länger. Bis 240 fühlen wir uns pudelwohl, danach erlauben wir uns erhöhte Aufmerksamkeit. 250, 260, und ab jetzt wird es etwas zäh – was auch nur bedeutet, dass man zwar schnell von 0 auf 200 beschleunigen kann, die nächsten 100 aber... länger dauern. Bei 272 km/h müssen wir dann aber doch vom Gas, was auch nicht schlimm ist. Denn schon das ist am Tage auf deutscher Autobahn verflucht schnell...

GRIP – Das Motormagazin, 2015


...Bless God, es ist ein Lotus: Fahrt mit der Evora 400 (für Lotus ist das Auto eine „sie“, wie die anderen Modelle auch) auf eine neu geschotterte Straße, lasst die kleinen Steinchen tanzen, so dass sie von unten an die geklebte und genietete Aluwanne des Autos klötern – es ist fast wie damals, als Lotus die erste Elise auf die Menschheit losließ. Die aus Alu gemachte Chassis-Wanne war damals eine Sensation, und in keinem anderen Auto sang geraspelter Kies so schön wie in dem einst superleichten Erwachsenen-Kart mit 1.6-Liter-Rover-Vierzylinder. Was auch daran lag, dass Lotus Dämmung, Teppiche, verkleidete Armaturenbretter etc. für Ausgeburten der Luxushölle hielten. Und damit so falsch gar nicht lagen...

GRIP – Das Motormagazin, 2015


...Die Einheit von Fahrer und Auto nennt Mazda „Jinba Ittai“ (eigentlich: Einheit von Pferd und Reiter beim Bogenschießen). Und das beschreibt, worauf es ankommt: Konzentration auf das Wesentliche. Was braucht man also mehr als eine Tonne Auto und weniger als vier Meter Länge? Zwar sitzen die Insassen aus Schwerpunktgründen nun noch etwas tiefer als vorher (wie übrigens der Motor auch), aber es ist immer noch möglich, ohne Verrenkungen und blöde Optik seinen Arm auf die Türkante bei geöffnetem Fenster zu legen und die Welt Welt, den Stau Stau und den Neider Neider sein zu lassen...

GRIP – Das Motormagazin, 2015


...Lassen Sie uns doch gleich am Anfang mal abschweifen. Zum Beispiel mit der nicht ganz unwichtigen Frage: Was bekommt man alles für rund 25.000 Euro? Zum Beispiel den Kajütkreuzer Fan 23. Oder das E-Bike Trefecta DRT. Oder eineinhalb gemauerte Massivgaragen. Oder einen gebrauchten Porsche Cayman. Oder einen alten Lancia Delta. Bei Ferrari ist es ein – Klappdach. Wahrscheinlich zählen wir gerade Erbsen, aber wir gehören nun mal leider nicht zu der Klientel, die einen Ferrari 488 GTS Spider aus der Portokasse bezahlen können. Oder anders ausgedrückt: Genau 24.157,14 Euro Mehrpreis verlangt Ferrari für den 488 mit Klappdach im Vergleich zum geschlossenen Pendant. Da müssen wir doch mal kurz schlucken...

GRIP – Das Motormagazin, 2015


...Wir sitzen in der Nähe von Florenz beim Abendessen in einerm herrlichen bodenständigen Restaurant, bei Rotwein und Antipasti. Thema ist das Tempo, in dem man das Dach des neuen Porsche Boxster Spyder aufmachen kann. Ranft müsste es eigentlich wissen: Er ist bei Porsche verantwortlich für neue Softop-Konstruktionen. Und das besondere Dach ist nun mal eines der herausragenden Merkmale des jetzt leichtesten und stärksten Boxster aller Zeiten. „1,1 Millimeter dick ist es – mehr nicht,“ weiß Ranft... Dazu könnte man zum Beispiel die Sport-plus-Taste drücken, die Auspuffklappen auf Knopfdruck aktivieren und das Gaspedal quälen. In 4,5 Sekunden von 0 auf 100 km/h zu beschleunigen, flösst schon in Schriftform Respekt ein. Wir drehen die (kleinen) Gänge gerne bis 6000 Touren aus, denn dort scheint das Drehmoment des Boxermotors wirklich etwas zu bewegen... Dafür verprassen wir laut Bordcomputer 15 Liter, aber Spaß hat nun mal seinen Preis. Auch akustisch: Beim Zurückschalten gibt’s jedes Mal einen elektronischen Gasstoß zwischen den Gängen, und beim Gaswegnehmen blubbert es hinten heraus, als würde ein Opernbass in flaches Wasser hinein singen...

Cabrio life, 2015


...Wir... werden sofort vom größten Manko der episch schönen Wälder im „Loch Lomond and the Trossachs National Park“ geerdet: ultraschmale Straßen, deren Zweispurigkeit man selbst mit genug Whisky im Blut nicht erkennen würde. Sogar wenn es einen Mittelstreifen gibt, sind die Fahrspuren teilweise zu eng für die (inklusive Spiegel) mehr als zwei Meter breiten Engländer. Aber es ist ja nicht nur das: Die Schotten lieben Mauern, und sie haben sie – natürlich aus fettem Naturstein – so unmittelbar an den Fahrbahnrand gebaut, dass übermäßiges Ausweichen zumindest den Verlust des Außenspiegels bedeuten würde...

GRIP – Das Motormagazin, 2015