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Es ist die härteste Teststrecke der Galaxis: Das Gelände ist äußerst unwegsam, die Temperaturschwankungen sind extrem, und die nächste Raststätte ist über 384.000 Kilometer entfernt. Ein Preisgeld von 30 Millionen Dollar erwartet den Ersten, der es schafft, mit einem
Auto auf diesem feindseligen Terrain eine Entfernung von 500 Metern zurückzulegen, dort hochauflösende Fotos zu machen und zur Erde zu schicken. Der IT-Gigant Google hat den Wettlauf zum Mond ausgeschrieben, die Deadline ist der 31. Dezember 2017.
Derzeit konkurrieren noch 16 internationale Teams im Wettrennen um den Google Lunar Xprize, darunter auch ein deutsches. Das Berliner Wissenschaftskollektiv Part Time Scientists hat schon vor ein paar Jahren einen ersten Prototyp für ein Mondmobil entwickelt. Inzwischen schmückt ein Logo mit vier Ringen das knapp einen Meter lange und 70 Zentimeter breite Gefährt, das ein bisschen an die Hauptfigur aus dem Hollywood-Film „Nummer 5 lebt“ erinnert. Mitte vergangenen Jahres ist Audi in das laufende Projekt eingestiegen... Die Gefahr eines Scheiterns ist groß. „Es gibt keinerlei Spielraum für Fehler“, sagt Robert Böhme, Chef der Part Time Scientists. Alles, was auf dem Weg zum Mond noch vor ihm liegt, gehört zum sogenannten kritischen Pfad: Die Transportrakete kann versagen; die Landefähre kann schlappmachen; bei der Entladevorrichtung darf nicht ein einziger kleiner Bolzen schief sitzen. Ganz zu schweigen vom Mondrover selber...
WELT am SONNTAG, 2016


Julius Caesar war genervt. Hatte der Kaiser doch gerade für seine Stadt Rom die Wagenlasten auf 250 Kilogramm beschränkt, musste er nun zusehen, wie immer mehr Fuhrwerke seine Hauptstadt verstopfen. Und das gefiel ihm gar nicht. Flugs erließ er um 50 v. Chr. in seiner neuen Stadtordnung („lex iulia municipalis“) das erste Fahrverbot der Weltgeschichte: Zwischen Sonnenaufgang und der 10. Stunde durfte niemand innerhalb der Welthauptstadt einen Wagen bewegen. Ausnahmen ausgenommen – Tempelbauhelfer, Bauschutttransportierer, Vestalinnen, Opferpriester und Flaminen sowie alle Teilnehmer von Siegesmärschen und öffentlichen Spielen... Also er auch, schließlich verpasste er ungern öffentliche Huldigungen und nette Spielchen...

Tomorrow, 2015


Der Start-Vorgang ist recht einfach: Zunächst muss Füllzustand von Öl und Wasser geprüft werden (der Motor besitzt zwei Wasserpumpen und zwei Lufteinlässe), dann zieht Baumbusch am Dekompressionshebel. Der Anlasser bekommt Befehl zum Drehen, sofort wird der Hebel wieder hinein geschoben. Mit einem Knall läuft er Motor und spuckt fette Flammen aus den Auspuffrohren. Für den Fall, dass er nicht gleich läuft und eine zweite Startprozedur nötig ist, steht immer ein zweiter Mann mit Feuerlöscher daneben, der eventuelle Stichflammen aufgrund von unverbranntem Benzin bekämpfen kann...

Cabrio life, 2014


Gemeinsam mit Mercedes buhlt auch Rolls-Royce um den Titel des luxuriösesten, steifsten und besten viersitzigen Cabrios der Welt. Denn bei den Briten debütiert der Rolls-Royce Dawn im ersten Quartal 2016 soll die vierte Rolls-Royce-Baureihe auf die Straße rollen – ein viersitziges Cabrio für die jüngere Kundschaft. In engerem Sinne ist es die offene Version des stärksten RR-Modells Wraith. Der Motor ist der gleiche wie im Wraith, aber mit weniger Leistung: Der 6,6-Liter-V12 leistet im Dawn statt 632 PS und 800 Newtonmeter 570 PS und 780 Nm. Neu: Die ZF-Achtgangautomatik ist satellitenunterstützt – das bedeutet: Es nutzt GPS-Daten und schaut sozusagen weit voraus...

GRIP – Das Motormagazin, 2015


...Herr Neubauer, am 7. Juli startet die Formel 1 am Nürburgring zum Großen Preis von Deutschland. 22 Autos rasen höchstens zwei Stunden lang auf dem 5,148 Kilometer langen GP-Kurs mit seinen großen Auslaufzonen mit mehr als 300 Stundenkilometern. Hat das noch viel mit den Rennen zu tun, die in der Eifel kurz nach Fertigstellung des Nürburgringes stattfanden?

Alfred Neubauer: Ich verstehe Ihre Frage nur halb. Was sind Auslaufzonen? Was ist ein GP-Kurs? Wieso nur zwei Stunden? Und 300 km/h ist bei Rennen natürlich undenkbar...

Pitwalk, 2013


Wenn Autos Runzeln hätten, Ulrich Weinberg würde sie schön machen. Schöne Runzeln, echte Falten, zierende Dellen, schützender Staub, zerschlissenes Leder – manche nennen es lapidar „Patina“ – das ist seine Welt. Wer ein Beispiel dafür braucht, sollte sich nur seine eigene Indian von 1947 ansehen. Oder sollten wir sagen, „seine Indians“? „Mein Motorrad besteht im Grunde aus 70 bis 80 Indians,“ erzählt Weinberg, der mehr als einmal von der Polizei wegen des „offenkundig erbarmungswürdigen“ Zustandes seines Motorrades angehalten wurde. Aber: Die Maschine, die aussieht wie ein frisch entdeckter Scheunenfund nach 60jährigem Dauerschlaf, hat TÜV, Zulassung, zuverlässige Bremsen, und auch sonst ist alles gesetzeskonform...

Träume Wagen, 2016


Auf den ersten Blick sieht das Auto tatsächlich aus wie ein Aston Martin. Markanter Grill, flach liegende Scheinwerfer. Doch bei genauerem Hinsehen stimmen die Proportionen überhaupt nicht: zu klein, zu niedrig, zu mager. Kein Wunder. Unter dem Pseudo-Aston- Martin-Kleid von «Aspire Kit Cars» steckt ein profaner Mazda MX-5 der ersten Serie.
Was bei Festlandeuropäern Kopfschütteln auslöst, ist in England gang und gäbe: Die Kit-Car-Szene blüht. An der weltweit grössten Messe für Selbstbaufahrzeuge im britischen Stoneleigh füllen Hersteller und Clubs am kommenden Wochenende wieder zwei komplette Messehallen und 40000 Quadratmeter Freifläche mit den wildesten, schrägsten und skurrilsten Repliken, Lookalikes und Fakes. Jedes Jahr, schon seit 1983.
«Ich habe das Auto eigentlich nur für mich gebaut», sagt Aussteller Chris Welch und zeigt auf sein GT Coupe, «aber vielleicht wollen andere es auch haben . . .» Wie lange seine Firma Tribute Automotive leben wird, hängt von Bentley ab: Welchs weisser Glasfaserriese ähnelt frappant der ersten Serie des Bentley Continental GT. Darunter steckt allerdings ein Toyota Supra mit Sechszylinder. Nicht anders arbeitet DNA Automotive. Die Firma lebt schon
lange vom Verkauf von Ferrari 360- und -430-Kunststoffkarosserien, die für den 3Sixty und 4Thirty auf Ford-Cougar- oder Toyota-MR2-Reste geschraubt werden. Für rund 7300 Franken werden alte Japaner zu falschen Italienern. Chesil macht Geschäfte mit Porsche-356-Bausätzen, natürlich auf VW-Käfer-Fahrgestell. Suffolk Sportscars Ltd. baut qualitativ hochwertige Jaguar-SS-100- und C-Type-Repliken auf Jaguar- XJ-Fahrgestellen aus den 80er und 90er ...

Züricher Sonntagszeitung, 2012


Wer die Timmelsjoch-Hochalpenstrasse von Österreich nach Italien fährt, muss in die Tasche greifen: Das Befahren der Ötztal-Straße kostet von Anfang Juni bis Ende Oktober – in eine Richtung – 16 Euro pro Auto und 14 Euro pro Töff. Das freut besonders die Tiroler Zwillungsbrüder Alban und Attila Scheiber. Die sind nämlich nicht nur Hoteliers und Gondelbahnbetreiber in Hochgurgl, sondern auch Besitzer der Mautstraße. Alban Scheiber bringt's ironisch auf den Punkt: "Wir sind moderne Straßenräuber."...

Sonntagsblick, 2016


...Wilhelm Karmann war ein stolzer Mann. Mit Akribie machte er sich in den 1970er- Jahren daran, alle Erzeugnisse zu sammeln, die sein Familienbetrieb über die Jahrzehnte hervorgebracht hatte. Schon 1980 besaß er so viele Fahrzeuge, dass er außerhalb des damaligen Betriebsgeländes in Osnabrück eine Speditionshalle kaufte und seine Autos dort hortete. „Wir wussten alle von der Sammlung“, sagt Kfz-Meister Klaus-Dieter Ulrich, „aber wir hatten keinen Zugang. Die Kollektion war Karmanns privates Steckenpferd.“... Glücklicherweise gehörte die Sammlung nicht zur Insolvenzmasse, als Karmann im Jahr 2009 pleite ging... Der Karosseriespezialist aus Niedersachsen ist für seine Cabriolets und Coupés auf Basis von VW-Modellen berühmt geworden, darunter das Käfer Cabrio oder der Karmann Ghia – Autos, die einen Hauch von italienischer Leichtigkeit durchs Nachkriegsdeutschland wehen ließen. Bei einem Rundgang durch die Privatsammlung des 1998 verstorbenen Wilhelm Karmann zeigt sich jedoch, dass der Nachlass des Unternehmens weit über die Auftragsarbeiten für Volkswagen hinausgeht. Viele Konzeptstudien und Prototypen aus dem Karmann-Depot überraschen noch heute durch ihre Weitsicht und ihre Eleganz. Umso bedauerlicher, dass nur ein Teil der Kollektion besichtigt werden kann: Wer eine Tour durchs VW-Werk in Osnabrück bucht, darf zum Schluss einen Blick in die ehemalige Frye-Halle werfen...

DIE WELT, 2017


Ab in die Tiefe. Und zwar ganz anders: mit Elektro-Kraft! Der Seabob F5 S ist mit 5,5 PS der stärkste Tauchschlitten der Welt. Im patentierten E-Jet-Antrieb verdichtet ein von einem Elektromotor angetriebener Impeller (ein von einem röhrenförmigen Gehäuse umschlossener Propeller) Wasser in einem Kanal und stößt es nach hinten aus. Einzigartig ist dabei, dass der Motor mit dem Antriebswasser gekühlt wird. Die Akkus halten je nach Nutzung eine halbe bis eine Stunde und sind an der Haushaltssteckdose in acht Stunden wieder aufgela den, mit Schnelllader sind es sogar nur 1,5 Stunden.

Einfach zu bedienen. Es gibt nur vier Piezo-Sensoren – zwei links, zwei rechts neben dem Zentralinstrument, das zum Beispiel abgerufene Energie, Ladezustand und Tauchtiefe anzeigt. Mit zwei Sensoren werden die Tauch- und Fahrtparameter konfiguriert (Tauchtiefe 0,5 bis 40 Meter, für Kinder beispielsweise begrenzte Energieabgabe), mit zwei anderen werden stufenweise 15 bis 100 Prozent der möglichen Leistung abgefordert. Bei Full Speed schleppt der Schlitten seinen Gast mit 20 Stundenkilometern übers Wasser, unter Wasser bis 18. Der Taucher hält sich an zwei Griffen fest, wobei der rechte einen Trigger besitzt: Lässt man diesen los, stoppt der Seabob. Gelenkt wird mit Körperkraft, getaucht auch. Was Anfängern garantiert Muskelkater bereitet…

abenteuer & reisen, 2016


Wie viele Oldtimer-Fans ihren Traum vom hochwertigen Oldtimer in den Katakomben des „The Quad Casino & Resort“ am Las-Vegas- Strip schon begraben mussten, ist nicht bekannt. Sicher ist: Es ist eine schlechte Idee, das Geld zum Klassikerkauf dort gewinnen zu wollen, auch wenn unendlich viele einarmige Banditen, Black-Jack- und Roulette-Tische auf 11 000 Quadratmetern im Erdgeschoss des Hotels dazu einladen. In der Regel wird hier verloren. Deshalb sollte man sich nach Betreten des Hotels durch den Haupteingang immer links halten ... und im Aufzug an der rechten Seite in den vierten Stock fahren. Steigt man aus dem Lift, deutet ein voll restaurierter Morgan Threewheeler an, was hier zu sehen ist…

Sonntagsblick, 2013