Reportagen


Zugegeben, Buxtehude an der Elbe ist nicht unbedingt der Nabel der Welt. Ein bisschen Märchenstadt (...), ein bisschen Musikstadt (...), und dem Vernehmen nach bellen die Hunde hier mit dem Schwanz. Aber dann ist da ja noch der Estering: Einmal im Jahr ist er das Mekka für alle deutschen Rallycross-Fans.

Und davon werden es immer mehr – wenn auch die Pistre in Buxtehude mit 952 Metern die kürzeste Rallycrossstrecke der Saison ist(...). Und schon jetzt am Rennwochenende rund 20.000 Menschen dorthin pilgern und sich den gesamten Tag auf den Naturtribünen vergnügen...

GRIP, 2017

Das mit dem Nordlicht ist so eine Sache. Nie ist es da, wenn man es braucht. Die Aurora Borealis (entstehend durch Sonnenwinde, die auf die Erdatmosphäre treffen), ist ausgesprochen fotogen. Und es wäre doch nett, wenn es jetzt mal ein bisschen leuchten würden. Hier am Nordkap... Zudem haben wir eine schwierige Aufgabe zu lösen: ein paar langsame Rentner vom Fotopoint zu verscheuchen. Das ist der berühmte stilisierte Globus – der eigentliche Startpunkt unserer Arctic Tour mit dem Porsche 944 Turbo von 1985 und dem modernen Porsche 718 Cayman S...

GRIP, 2017


Irgendein Scherzbold vom veranstaltenden "Razzlers Club" hat das Highlight "talentlose Achtelmeile" genannt. Und gleich der erste Starter macht der Bezeichnung alle Ehre. Nachdem er rückwärts auf seine Startposition gerollt ist, vergisst er leider, vor dem Start den ersten Gang einzulegen. Und als Gene Winfield (ja, der große Gene Winfield) das Startzeichen gibt, macht das rote Hot Rod erst einmal einen mächtigen Satz nach hinten – genau dorthin, wo die ganzen Fotografen aus Sicherheitsgründen (!) stehen. Die Knipser werden bleich, das Publikum johlt und Gene wundert sich...

Träume Wagen, 2017


Es gibt nicht viel, was Dag Rogge (54), hart gesottener Chef und Organisator der Land Rover Experience Tour (LET), zu einem deutlich resignierten Ausruf "Ich hab's ja geahnt...!" veranlasst. Aber wenn man bei Perus Ureinwohnern eingeladen ist und in der Schule des Dorfes Tsomabeni zur Begrüssung ein so ungefiltertes wie rosafarbenes Getränk namens "Masata" oder auch "Chicha" kredenzt bekommt, ist seine Verzweiflung verständlich. Denn es handelt sich dabei um das säuerliche und vorgekaute Mais- oder Yuca-Bier – Spucke lässt das Getreide gären, so entsteht Alkohol. Mehr als 1000 Schüleraugen hängen an unseren Lippen – und das Gastgeschenk zu verweigern, wäre ein Affront...

Blick, 2017


Man könnte vermuten, dass jemand mit zuviel südafrikanischem Wein im Blut ein paar Sprachen durcheinander bringt, wenn er von der Sportart „Abseiling“ spricht. Ganz zu schweigen vom „Kloofing“, dessen mögliche Assoziationen wir hier nicht weiter diskutieren wollen. Und wer dann noch behauptet, er würde jetzt mal eben mit dem Wohnmobil von Kapstadt in ein paar Minuten nach Woodstock oder in zwei Stunden nach Wuppertal fahren, müsste in Deutschland wahrscheinlich tief in den Alkoholtester pusten. Wir sind aber nicht in Deutschland, sondern in Südafrika. Und hier ist alles ein bisschen anders...

AutoBild Reisemobil, 2016


...Dabei gilt hier: Nie alleine unterwegs sein. Das Auto nicht verlassen. Stets Wasser mit sich führen. Und so weiter, und so weiter – denn das Land gehört eigentlich den Wildtieren. Zum Beispiel den „Big Five“: Elefant, Nashorn, Wasserbüffel, Löwe, Leopard. Zu diesen beeindruckenden Lebwesen gesellen sich noch grundsätzlich schlecht gelaunte Flusspferde (die für die meisten Toten in Afrika in Sachen ungeplante Zusammentreffen mit Wildtieren verantwortlich sind), so gefräßige wie riesige Krokodile und mehr. Wer das Auto auf freier Wildbahn verlässt, offeriert sich entweder als Leckerbissen...

FAT, 2016


Der Wecker zeigt 3 Uhr morgens, das Thermometer minus zehn Grad. Der Ofen in der Mitte der Sechsmannjurte, am Abend noch gefüttert mit getrockneten Yakexkrementen, ist längst kalt. Musik schallt aus einem Autoradio durch die kleine Zeltstadt, und in einer halben Stunde müssen wir in den Wagen sitzen. Wäre dies hier der Jahresurlaub, wäre Aufstehen mitten in der Nacht natürlich keine Option. Aber rund 5000 Kilometer von Kirgistan über China und Nepal nach Indien kurieren einen von der Vorstellung, Reisen sei immer nur pures Vergnügen. Die chinesische Grenzwacht geht leider recht spontan und ungezwungen mit den Grenz-Öffnungszeiten und dem nötigen Papierkrieg um, und auch ihr Abfertigungswillen sei nicht im Voraus einzuschätzen. Sagt Dag Rogge, Land Rover Lead Instructor und Chef der Land Rover Experience Tour 2013 entlang der alten Seidenstrasse. Deshalb müsse der Konvoi jetzt schon starten. Dazu gehören unter anderem Prototypen der neuen Generation des Range Rover Evoque. Die Erfahrungen von der Tour werden später in die Serienautos Modelljahrgang 2014, ausgestattet mit dem ersten Neungang-Automatikgetriebe in einem Personenwagen, einfliessen...

Züricher SonntagsZeitung, 2014


Überleben in der namibischen Wüste ist gar nicht so schwierig. Gegen Durst hilft der Dollar-Busch: die fetten Blätter pressen, das heraus fließende grüne Wasser trinken. Schmeckt grässlich, soll aber gesund sein. Als Alternative zum Verdursten durchaus akzeptabel. Sollte mir schlecht werden, knipse ich ein Stück eines dornigen Nachbargestrüpps ab und kaue darauf herum – ein Allheilmittel, sagen Einheimische. Was angesichts des äußerst bitteren Geschmacks glaubwürdig erscheint. Noch so ein Tipp: Zum Nähen großer Wunden ist hier nicht immer ein Arzt greifbar. Man suche statt seiner ein Exemplar der so genannten Gelb-Arsch-Riesenameise mit besagtem gelben Hintern. Man ärgere sie, bis sie mit ihren Greifscheren zuschnappen will. Man lasse sie auch schnappen, und zwar so, dass sie die Wunde zuklammert. Jetzt entferne man das Tierunter- vom -oberteil, fertig. Das klammernde Rest-Insekt hält erfahrungsgemäß, bis die Haut zusammengewachsen ist.
Wir sind hier in der Namib, der 2000 Kilometer langen und 160 Kilometer breiten Wüste an der namibischen Atlantikküste. Es ist eine herbe Gegend, in die Skoda diese Flotte von Yeti-Exemplaren geschickt hat. Die Wüste Namib besteht keineswegs nur aus Dünen...

AutoBild Allrad, 2012


Rums, die Tür ist zu. Der erste Mann am Band kümmert sich ums Grobe. Kommt ein neuer VW-Bus aus der Produktion, öffnet er die Beifahrertür, stellt sich auf das rechte Bein, drückt das linke Knie unten an die Innenseite der Tür, greift mit den Händen nach oben und biegt sie mit gekonntem Schwung und einem gewissen Krafteinsatz zurecht. Dann schlägt er den Flügel ins Schloss und prüft mit den Händen, ob die Bleche bündig abschließen. Die rustikale Qualitätsprüfung wird im VW-Werk Anchieta bei São Paulo vorgenommen – alles per Hand wie 1968 in der Fabrik in Hannover, als die ersten von insgesamt über zwei Millionen Exemplare des T2 ausgeliefert wurden. In Brasilien gewährte man ihm eine Gnadenfrist, doch jetzt ist wohl für den letzten seiner Art, den VW Bus T2c, Schluss. Das Auto, dessen Grundkonstruktion noch auf dem VW-Käfer basiert, entspricht nicht mehr den Sicherheitsanforderungen. Auch in Brasilien gilt ab 2014 für Neuwagen eine ABS- und Airbagpflicht, und VW hat „alles probiert, aber aufgrund der Frontstruktur ist kein Airbag zu installieren“, sagt Jochen Funk, VW-Marketing- und -Verkaufschef in Brasilien...

DIE WELT, 2013


Larry Johns meint es ernst. Jeder, aber auch jeder muss seinen rechten Arm herhalten. Dann taucht er einen Emaillebecher ins Tümpelwasser und schöpft das Gefäß voll. Er ist sehr alt, deshalb gießt eine Rangerin und nicht er uns das brackige Nass über den rechten Arm. Dann müssen wir unseren Kopf damit benetzen. Nur so überleben wir die nächsten 20 bis 40 Kilometer, den „Heiligen Boden“ im Gregory National Park. Sagt Johns. Larry Johns ist ein „Traditional Owner“, wie Aborigine-Landlords in Northern Territory, Australien, heißen. Dort leben heute 64 000 Aborigines in rund 500 Homelands. Wer über ihr Land fahren will, muss zahlen. Das ist überall so auf den Nebenstraßen im Outback...

onelife, 2014


Naegleria Fowleri kann man in die Nase bekommen, wenn man in einem Wasserloch plantscht, dessen Salzgehalt unter zwei Prozent beträgt. Dann sorgt die fiese Amöbe für eine meist tödlich endende Gehirnhautentzündung. Man kann sich auch im Dschungel auf den Hintern setzen, dann könnte eine Milbe hineinkriechen und für das gefürchtete Tsutsugamushi-Fieber sorgen. Im wohlig-warmen Meer kann man vom fünf Zentimeter kleinen Blauring-Kraken gestochen werden – dessen Gift reicht sogar aus, um eine zehnköpfige Familie ins Jenseits zu befördern. Die mit Abstand häufigste Todesart im Outback aber ist: der Verkehrsunfall. Ihn vermeidet man, indem man auf den schnurgeraden Überlandstraßen entgegenkommenden, bis zu knapp 55 Meter langen und gut 100 Tonnen schweren Road Trains schnell genug Platz macht. Wer sich jedoch etwas vorsieht und gute Tipps berücksichtigt, wird das Outback auf wilden Pisten genießen...

abenteuer & reisen, 2016